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Anwendungen

Due Diligence & Unternehmenskauf

M&A / ACQUISITION GOVERNANCE

Was muss geklärt sein, bevor ein Unternehmenskauf nach der Due Diligence freigegeben werden kann?

Due Diligence liefert Informationen über ein Target. Sie entscheidet nicht, ob eine Akquisition freigegeben werden soll.

Ein materielles Finding kann weit über seinen ursprünglichen Workstream hinauswirken. Eine neue Information aus Legal oder Technology kann eine Integrationsannahme verändern, dadurch Synergien und Bewertung beeinflussen, neue Vertragsbedingungen erforderlich machen und schließlich die Grundlage verändern, auf der die zuständige Authority über die Transaktion entscheiden soll.

In diesem illustrativen Fall erwägt Trusted Industrial Systems SE die vollständige Übernahme der fiktiven Valeon Motion Controls GmbH. Die ursprüngliche Transaktion sieht einen Enterprise Value von €600 Mio. vor. Kurz vor der internen Signing-Freigabe zeigt die Technology- und Legal-Due-Diligence jedoch, dass eine für einen wesentlichen Teil des Target-Geschäfts erforderliche Drittanbieter-Softwarelizenz einer Change-of-Control-Zustimmung unterliegt und ihre langfristigen wirtschaftlichen Bedingungen noch nicht verbindlich feststehen.

Das Finding verändert nicht nur einen Legal- oder Technology-State. Es verändert gleichzeitig den technischen Fallback, die Integrationsplanung, den Synergy Case, die Bewertung und die Frage, welche Deal Terms den bekannten Zustand überhaupt angemessen abbilden.

Die relevante Frage lautet deshalb nicht nur: Welche Due-Diligence-Findings gibt es?

Bilden Findings, bekannte Lücken, Bewertung, Annahmen, Deal Terms, Integration, externe Constraints und Approval Authority gemeinsam einen ausreichend bestimmten Decision State für genau diese Akquisition?

DUE DILIGENCE ≠ ACQUISITION APPROVAL

I / DIE ACQUISITION DECISION

Due Diligence informiert die Entscheidung. Sie trifft sie nicht.

01

Der Deal ist konkret

Trusted Industrial Systems SE und Valeon Motion Controls GmbH sind vollständig fiktiv. Trusted Industrial Systems wird als großer europäischer Industriekonzern dargestellt; Valeon entwickelt industrielle Motion-Control-Hardware, Embedded Software und digitale Steuerungsplattformen.

Dimension

Target

Illustrativer v1-State

Valeon Motion Controls GmbH

Dimension

Erwerbsperimeter

Illustrativer v1-State

100 %

Dimension

Struktur

Illustrativer v1-State

Share Acquisition

Dimension

Headline Enterprise Value

Illustrativer v1-State

€600 Mio.

Dimension

Consideration

Illustrativer v1-State

Cash at Closing

Dimension

Strategic Model

Illustrativer v1-State

Full Portfolio Integration

Dimension

Year-3 Synergy Case

Illustrativer v1-State

€45 Mio. p.a.

Dimension

davon plattformabhängig

Illustrativer v1-State

€18 Mio. p.a.

Dieser Käufer, dieses Target, dieser Perimeter, diese wirtschaftliche Struktur und diese konkrete Deal-Version bilden die betrachtete Transaktion.

02

Die strategische Thesis bleibt grundsätzlich intakt

  • 01Ergänzung des bestehenden Automatisierungsportfolios
  • 02Zugang zu Valeons Kundenbasis und Cross-Selling
  • 03Integration der Valeon-Software in die eigene Plattform
  • 04Gemeinsame Produktentwicklung sowie operative und vertriebliche Synergien

Der Case besagt nicht, dass Due Diligence die Akquisition als schlecht erweist. Eine weiterhin attraktive strategische Thesis trifft auf eine Transaktionskonfiguration, deren wirtschaftliche und operative Grundlage sich verändert hat.

STRATEGIC THESIS SUPPORTED ≠ TRANSACTION v1 FINALISABLE

03

Due Diligence ist multidisziplinäre Evidence

  • 01Commercial Due Diligence
  • 02Financial Due Diligence
  • 03Legal und Tax Due Diligence
  • 04Technology und Cybersecurity
  • 05Compliance, Operations und Integration Planning

LEGAL ASSESSMENT

≠

TECHNOLOGY ASSESSMENT

≠

VALUATION JUDGMENT

≠

ACQUISITION APPROVAL

04

Responsibility und Authority sind getrennt

Wesentliche Akquisitionen können einer festgelegten Board-, Committee- oder anderen Corporate-Approval-Authority unterliegen. Die genaue Authority hängt vom anwendbaren rechtlichen und unternehmensinternen Governance-Rahmen ab; im illustrativen Trusted-Industrial-Systems-Modell entscheidet ein Group Investment Committee über Signing.

Primärquelle: G20/OECD Principles of Corporate Governance 2023

Rolle

Corporate Development

Illustrative Verantwortung

Deal Sponsor / Transaction Owner

Rolle

Group Finance

Illustrative Verantwortung

Valuation Owner

Rolle

Legal

Illustrative Verantwortung

Legal-Due-Diligence- und SPA-Assessment

Rolle

Technology

Illustrative Verantwortung

Technology-Due-Diligence und Migration Assessment

Rolle

Integration Lead

Illustrative Verantwortung

Integration- und Synergy-Assumptions

Rolle

Group Investment Committee

Illustrative Verantwortung

interne Approval Authority für Signing

05

Signing ist nicht Closing

Für dieses Szenario wird angenommen, dass die Transaktion einer externen Merger-Control-Prüfung unterliegt. Das Group Investment Committee kann entscheiden, ob das SPA unterzeichnet werden darf. Es kann eine anwendbare regulatorische Standstill-Pflicht nicht aufheben oder den Vollzug vor erforderlicher Clearance freigeben.

Primärquelle: EU-Fusionskontrollverordnung 139/2004

INTERNAL SIGNING APPROVAL

≠

REGULATORY CLEARANCE

≠

CLOSING

06

Externe Hard Constraints bleiben außerhalb des Business Decision Space

Preis, Scope, Consideration Structure, Integration Sequence, Risk Allocation und Vertragsbedingungen können innerhalb der Unternehmensentscheidung veränderbar sein. Anwendbare Fusionskontroll-, Foreign-Subsidies- oder andere zwingende Anforderungen bleiben außerhalb dieser Business Authority.

Primärquelle: EU-Verordnung über drittstaatliche Subventionen 2022/2560

INTERNAL ACQUISITION AUTHORITY ≠ AUTHORITY OVER EXTERNAL HARD CONSTRAINTS

II / VON DUE DILIGENCE ZUM DECISION STATE

Ein Finding wird entscheidungsrelevant, wenn seine Auswirkungen auf die Transaktion sichtbar werden.

07

Vieles ist bereits geklärt

  • 01Buyer, Target, 100-%-Perimeter und vorgeschlagene Struktur
  • 02Vorgeschlagener €600-Mio.-Enterprise-Value und historische Financials
  • 03Strategische Thesis, Commercial Findings und ursprünglicher Synergy Case
  • 04Interne Rollen, Approval Authority und externe Regulatory Conditions

Decision Space v1 ist nicht blockiert, weil Due Diligence keine Informationen erzeugt hätte. Der überwiegende Teil des Decision State ist bereits strukturiert.

08

Das materielle Due-Diligence-Finding

Valeons zentrale Softwareplattform verwendet teilweise eine proprietäre Runtime eines Drittanbieters. Der illustrative Lizenzvertrag enthält eine Change-of-Control-Regelung: Für den Eigentümerwechsel ist die Zustimmung des Lizenzgebers erforderlich, während die langfristigen kommerziellen Bedingungen danach noch nicht verbindlich festgelegt sind.

Dimension

betroffener Target Revenue

Illustrativer Anteil

32 %

Dimension

betroffenes Target EBITDA

Illustrativer Anteil

40 %

09

Ein Finding ist noch kein Deal Breaker

  • 01Das Finding beantwortet nicht, ob der Lizenzgeber zustimmt.
  • 02Es bestimmt weder künftige Licence Economics noch tatsächliche Migration Cost.
  • 03Es bestimmt weder Kundenreaktion, Bewertung noch Approval.

FINDING

≠

DEAL BREAKER

≠

APPROVAL

10

Known Gap und Overlooked Gap sind verschiedene Zustände

Die Organisation weiß, dass eine Zustimmung erforderlich ist, langfristige Licence Economics offen sind, ein technischer Fallback notwendig werden könnte und die wirtschaftlichen Konsequenzen noch nicht vollständig bestimmt sind. Dies ist ein KNOWN GAP und kein bei T0 unsichtbarer Sachverhalt.

KNOWN GAP

≠

OVERLOOKED GAP

11

Das Technology Assessment

Dimension

Alternative Platform Migration

Aktueller Assessment-State

TECHNICALLY POSSIBLE IN PRINCIPLE

Dimension

geschätzte Dauer

Aktueller Assessment-State

18–24 Monate

Dimension

geschätzter direkter Aufwand

Aktueller Assessment-State

€34 Mio.

Dimension

Engineering Capacity Impact

Aktueller Assessment-State

MATERIAL

Dimension

Customer Migration Risk

Aktueller Assessment-State

MATERIAL / NOT YET QUANTIFIED

ESTIMATE ≠ FACT

12

Zukunftsunsicherheit ist kein Informationsfehler

Zum Signing-Zeitpunkt kann die Organisation tatsächliche Migrationsdauer, Kosten, Kundenreaktion, technische Komplexität oder realisierte Synergien nicht sicher kennen. Eine belastbare Entscheidung verlangt nicht, dass diese Unsicherheit verschwindet; sie muss sichtbar, charakterisiert und in Bewertung, Conditions und Authority behandelt sein.

UNCERTAINTY ≠ MISSING GOVERNANCE

13

Fact, Estimate und Assumption müssen getrennt bleiben

Klasse

FACT

Beispiel

Change-of-Control Consent ist nach dem illustrativen Vertrag erforderlich.

Klasse

ESTIMATE

Beispiel

Migration Cost derzeit auf €34 Mio. geschätzt.

Klasse

ESTIMATE

Beispiel

Migration Duration derzeit auf 18–24 Monate geschätzt.

Klasse

ASSUMPTION

Beispiel

Kunden können während einer Migration ausreichend gehalten werden.

Klasse

DECISION

Beispiel

Ob genau diese Akquisition auf genau dieser Grundlage freigegeben werden soll.

FACT

≠

ESTIMATE

≠

ASSUMPTION

≠

DECISION

14

Das Finding verändert die Integration Thesis

Ursprüngliche Sequenz

CLOSE → PLATFORM INTEGRATION → CROSS-SELLING → YEAR-3 SYNERGIES

Mögliche geänderte Sequenz

CLOSE → TRANSITIONAL LICENCE → RE-PLATFORMING → CUSTOMER MIGRATION → DELAYED INTEGRATION

ORIGINAL INTEGRATION ASSUMPTION — CHANGED

15

Die Bewertung verändert sich ebenfalls

Dimension

Migration Cost

Illustrativer Downside State

€34 Mio.

Dimension

Synergy Delay

Illustrativer Downside State

18–24 Monate

Dimension

Revenue Retention Impact

Illustrativer Downside State

UNCERTAIN

Dimension

Indicated Value Range

Illustrativer Downside State

€500–530 Mio.

Die Bandbreite wird nicht als objektiver Wert des Targets dargestellt. Sie ist das Ergebnis des aktuellen Valuation Models unter einem anderen Evidence- und Assumption-State.

VALUATION ≠ FACT

16

Die Bewertung besitzt Versionen

State

VALUATION v1

Basis

€600 Mio. unter der ursprünglichen Integration-/Synergy-Konfiguration

State

DOWNSIDE VALUATION STATE

Basis

€500–530 Mio. unter Migration Cost, Synergy Delay und Customer Uncertainty

Die Veränderung der Bewertungsgrundlage ist selbst Teil des Decision State.

17

Ein echter fachlicher Conflict State entsteht

Funktion

Corporate Development

Aktuelle Position

Die strategische Akquisitionslogik bleibt attraktiv.

Funktion

Commercial

Aktuelle Position

Kundenbasis und Marktposition bleiben relevant.

Funktion

Finance

Aktuelle Position

Der €600-Mio.-State wird unter dem neuen Evidence State nicht mehr durch denselben Base Case getragen.

Funktion

Technology

Aktuelle Position

Migration erscheint möglich; Kosten, Zeit und Customer Impact bleiben materiell unsicher.

Funktion

Legal

Aktuelle Position

Consent und langfristige Licence Terms sind noch nicht bindend gelöst.

Funktion

Integration

Aktuelle Position

Die ursprüngliche Synergy Timeline ist nicht mehr ausreichend unterstützt.

TRANSACTION ECONOMICS / INTEGRATION BASIS — CONFLICTING

18

Deal Terms sind ein eigener Decision Layer

Reale Unternehmenskaufverträge können Mechanismen wie Escrow, Holdback, Indemnity, Contingent Consideration, Covenants, Purchase-Price Mechanics und Conditions enthalten. Solche Mechanismen können wirtschaftliches Exposure neu verteilen, ohne den zugrunde liegenden Sachverhalt faktisch zu lösen.

Primärquelle: Illustrativer öffentlich eingereichter Unternehmenskaufvertrag — SEC EDGAR

FACT RESOLVED

≠

RISK CONTRACTUALLY ALLOCATED

≠

RISK ACCEPTED BY AUTHORITY

19

Alternativen gehören zur Entscheidungsgrundlage

Alternative

A0 — No Signing / Stop

Bedeutung

Ursprüngliche Transaktion nicht unterzeichnen

Alternative

A1 — Resolve v1

Bedeutung

Zusätzliche Evidence beschaffen und denselben Deal erneut beurteilen

Alternative

A2 — Price Reset

Bedeutung

Wirtschaftliche Bedingungen verändern

Alternative

A3 — Contingent / Staged Structure

Bedeutung

Teile der Gegenleistung an spätere Outcomes binden

Alternative

A4 — Perimeter Split

Bedeutung

Acquisition Scope verändern

ALTERNATIVE ≠ RECOMMENDATION

20

Authority ist ebenfalls ein State

Das Group Investment Committee ist als interne Approval Authority identifiziert. Authority identified ist nicht Authority exercised, und auch eine hochrangige Authority muss über eine ausreichend bestimmte Transaktionskonfiguration entscheiden.

21

Decision Space v1 als vollständiger State

Dimension

Decision Identity

State

RESOLVED

Dimension

Target Identity

State

RESOLVED

Dimension

Transaction Perimeter

State

RESOLVED

Dimension

Headline EV

State

RESOLVED AS PROPOSED TERM

Dimension

Strategic Thesis

State

SUPPORTED

Dimension

Core Licence Dependency

State

RESOLVED

Dimension

Licence Consent

State

OPEN

Dimension

Long-Term Licence Economics

State

OPEN

Dimension

Migration Feasibility

State

CHARACTERISED / UNCERTAIN

Dimension

Migration Cost

State

ESTIMATE

Dimension

Customer Impact

State

MATERIAL UNCERTAINTY

Dimension

Integration Assumption

State

CHANGED

Dimension

Valuation

State

CONFLICTING

Dimension

Deal Terms

State

INCOMPLETE

Dimension

Alternatives

State

VISIBLE

Dimension

Internal Approval Authority

State

IDENTIFIED / NOT EXERCISED

Dimension

Regulatory Hard Constraint

State

IDENTIFIED / SEPARATE

Dimension

Finality

State

NOT AVAILABLE

Ein materielles Due-Diligence-Finding wird zum Acquisition-Decision-State-Problem, wenn es mehrere verbundene Transaktionsdimensionen gleichzeitig verändert.
TRANSACTION IDENTITYRESOLVED
DUE-DILIGENCE FINDINGRESOLVED
TECHNOLOGY FALLBACKUNCERTAIN
INTEGRATION ASSUMPTIONCHANGED
VALUATION BASISCONFLICTING
DEAL TERMSOPEN
ALTERNATIVESVISIBLE
APPROVAL AUTHORITYIDENTIFIED
EXTERNAL CONDITIONSSEPARATE

State bei T0

Decision Space v1

100-%-Akquisition

€600m EV

Ein Finding verändert mehrere States innerhalb derselben Acquisition Decision.

NOT FINALISABLE

III / WARUM v1 NICHT SCHLIESSEN KANN

Der Blocker ist nicht ‚Due Diligence incomplete‘.

22

Der zentrale Blocker

CORE PLATFORM LICENCE CONTINUITY / TRANSACTION ECONOMICS — NOT SUFFICIENTLY RESOLVED

CHANGE-OF-CONTROL CONSENT — NOT BINDINGLY RESOLVED

↓

LONG-TERM LICENCE ECONOMICS — OPEN

↓

MIGRATION COST / CUSTOMER IMPACT — MATERIAL UNCERTAINTY

↓

ORIGINAL INTEGRATION ASSUMPTION — NO LONGER SUPPORTED

↓

€600m VALUATION BASIS — CONFLICTING

↓

DEAL CONDITIONS / RISK ALLOCATION — NOT YET BOUNDED

↓

DECISION SPACE v1 — NOT FINALISABLE

23

Warum ‚Due Diligence incomplete‘ zu grob wäre

Die meisten Workstreams sind weit fortgeschritten und viele States sind resolved. Der Blocker entsteht, weil eine identifizierte Abhängigkeit mehrere verbundene Entscheidungsdimensionen verändert, die noch keinen neuen gemeinsamen Deal State bilden.

25

Warum auch ein niedrigerer Preis allein den Blocker nicht auflösen muss

Ein niedrigerer Preis bindet weder Licence Consent, Licence Economics, Migration, Customer Retention, Integration Sequence, Vertragsbedingungen noch Authority Scope.

LOWER PRICE ≠ RESOLVED ACQUISITION STATE

26

Contractual Allocation ist nicht factual Resolution

Escrow oder Indemnity können wirtschaftliches Exposure neu verteilen, während das zugrunde liegende Licence- oder Technology-Finding fortbesteht. Spätere Prüfung muss factual Resolution, contractual Allocation und bewusst übernommene Unsicherheit unterscheiden.

27

Was SEAL hier nicht sagt

  • 01Der Deal ist wirtschaftlich falsch oder €600 Mio. sind objektiv zu viel.
  • 02Das Target ist überbewertet oder die Migration wird scheitern.
  • 03Der Lizenzgeber wird nicht zustimmen oder die Akquisition ist rechtlich unzulässig.
  • 04Jede Due-Diligence-Frage muss vor einer Entscheidung vollständig gelöst sein.

Die für Decision Space v1 erforderlichen Zustände bilden noch keinen ausreichend bestimmten gemeinsamen Signing State.

28

Ein Blocker ist kein Deal-Veto

Ein klassischer Approval Workflow könnte PENDING oder REJECTED anzeigen. Keiner dieser Status erklärt, was sich ändern müsste, damit wieder eine belastbare Signing-Entscheidung möglich wird. Hier beginnt SIMULATION.

  • 01SIMULATION empfiehlt keinen Kauf und bestimmt keinen Kaufpreis.
  • 02SIMULATION genehmigt keinen Deal und ersetzt keine Due Diligence.
  • 03SIMULATION ersetzt kein Investment Committee und beseitigt keine externen Hard Constraints.
Wie SIMULATION, BRIDGE und SEAL Exploration, Zulässigkeit und Finalität trennen

IV / DEN DEAL AUFLÖSEN ODER VERÄNDERN

Ein blockierter Acquisition Decision Space kann innerhalb seiner bestehenden Struktur aufgelöst oder als andere Transaktion neu modelliert werden.

29

Path A: Resolve Current Space

Was müsste geklärt oder real erfüllt werden, damit genau Decision Space v1 erneut beurteilt werden kann?

  • 01100-%-Erwerb bleibt unverändert
  • 02€600-Mio.-Transaction Economics bleiben unverändert
  • 03Cash-at-Closing-Struktur und Acquisition Perimeter bleiben unverändert

30

Path A: zusätzliche Evidence

  • 01Bindendes Change-of-Control Consent und langfristige Licence Terms
  • 02Präzisierter Migration Plan und validierte technische Dependencies
  • 03Customer-Retention-Sensitivity und betroffene Umsatzexposition
  • 04Aktualisierte Valuation, Synergy Case und Downside Sensitivities
  • 05Aktualisierte Integration Timeline und Abhängigkeiten

31

Path A kann auch Interventionen im bestehenden Space untersuchen

  • 01Zusätzliche Contract Protection
  • 02Klarere Consent- und Signing Conditions
  • 03Erweiterte Pre-Signing Evidence und Migration Assurance
  • 04Zusätzliche Independent Challenge

Wenn die materielle Transaktionskonfiguration unverändert bleibt, kann dies CURRENT-SPACE RESOLUTION bleiben.

32

Path A besitzt kein gewünschtes Ergebnis

Outcome

A1 — Evidence trägt v1 wieder

Bedeutung

v1 kann erneut beurteilt werden

Outcome

A2 — Evidence trägt v1 nicht

Bedeutung

v1 bleibt blockiert

Outcome

A3 — Current Space nicht recoverable

Bedeutung

SEAL unter aktuellen Constraints nicht erreichbar

SIMULATION optimiert nicht auf Deal Completion.

33

Path B: Remodel the Acquisition Decision Space

Was müsste sich an der Transaktion selbst ändern, damit ein anderer regelgebundener Decision Space entsteht?

Die Frage ist nicht, wie der €600-Mio.-Deal trotzdem genehmigt wird. Sie lautet, welche andere Acquisition Configuration andere Evidence-, Assumption-, Condition-, Economics- und Authority-States erzeugt.

34

Drei illustrative Remodel Candidates

Candidate

B1 — Price Reset

Veränderung

Anderer wirtschaftlicher Deal State

Candidate

B2 — Contingent / Staged Acquisition

Veränderung

Teile der Gegenleistung an spätere definierte Outcomes binden

Candidate

B3 — Perimeter Split

Veränderung

Acquisition Scope verändern

Nur B2 wird weiter modelliert. Es ist keine Empfehlung von Epistemis.

35

Der Remodel Candidate

Dimension

Acquisition Perimeter

Candidate

100 %

Dimension

Fixed Consideration Component

Candidate

€510 Mio.

Dimension

davon Escrow

Candidate

€30 Mio.

Dimension

Contingent Consideration

Candidate

bis zu €60 Mio. zusätzlich

Dimension

Maximum Consideration

Candidate

bis zu €570 Mio.

Dimension

Transitional Licence

Candidate

36 Monate

Dimension

Migration

Candidate

MANDATORY PROGRAMME

Dimension

Contingent Payments

Candidate

Nur nach definierten Migration-/Commercial-Milestones

Dimension

Merger Control

Candidate

Separate Closing Condition

Die €30 Mio. Escrow sind Bestandteil der €510 Mio. Fixed Consideration und kein zusätzlicher Kaufpreisbaustein. Alle Werte bleiben illustrativ.

36

Der Candidate verändert die Economic Structure

v1 unterstellt einen im Wesentlichen festen €600-Mio.-Economic Case. Der Candidate verwendet einen geringeren Fixed Economic State plus outcome-dependent Consideration.

CONTINGENT CONSIDERATION ≠ RISK ELIMINATED

37

Der Candidate verändert die Kausalstruktur

v1: ACQUISITION → INTEGRATION → MIGRATION IF NEEDED

≠

CANDIDATE: ACQUISITION → TRANSITIONAL LICENCE → MANDATORY MIGRATION → MILESTONES → CONTINGENT CONSIDERATION

38

Neue Evidence entsteht

  • 01Bindendes Licence Consent und Transitional-Licence Terms
  • 02Neuer Valuation Case, SPA-Version und Escrow Mechanics
  • 03Contingent-Consideration Formula und Milestone Definitions
  • 04Migration Programme und Customer-Retention-Metrics
  • 05Aktualisierte Integration Timeline

A DIFFERENT DEAL ≠ LESS GOVERNANCE

39

Auch Authority kann sich verändern

Eine materielle Änderung von Wert, Consideration Structure, Conditions, Risk Allocation, Perimeter oder künftigen Payment Events kann eine erneute Authority Decision erfordern. Das Group Investment Committee muss den neuen Deal State selbst genehmigen.

v1 APPROVAL AUTHORITY ≠ AUTOMATIC v2 APPROVAL

40

Hard Constraints bleiben unverändert

Der Remodel Candidate verändert weder externe Merger-Control-Anforderungen noch andere zwingende rechtliche Anforderungen oder die Authority externer Institutionen.

SPACE REMODEL ≠ REGULATORY WAIVER

Wenn Transaction v1 nicht schließen kann, kann SIMULATION die Auflösung des bestehenden Deals oder eine andere Transaktionskonfiguration untersuchen. Der Candidate bleibt Exploration, bis ein neuer Space materialisiert ist und BRIDGE einen geregelten Übergang zulässt.

DECISION SPACE v1

100-%-Akquisition · €600 Mio. EV · Cash at Closing

BLOCKER / M&A-01

Core Platform Licence Continuity / Transaction Economics nicht ausreichend aufgelöst

SIMULATION

01 / Current Deal auflösen

  • Bindendes Consent und Licence Terms
  • Migration- und Customer-Evidence
  • Aktualisierte Valuation und Integration Case

02 / Transaktion remodeln

  • Price Reset
  • Contingent / Staged Acquisition — zur weiteren Untersuchung ausgewählt
  • Perimeter Split

SPACE REMODEL CANDIDATE

Contingent / Staged Acquisition

€510 Mio. fixed · bis zu €60 Mio. contingent · €30 Mio. Escrow innerhalb fixed · 36m Transitional Licence · verpflichtende Migration

Neuen Transaction Space materialisieren

Historischer State bleibt erhalten

v1 · €600m

NOT FINALISABLE

BRIDGE

Classification · Version · Transaction Delta · Evidence Inheritance · Valuation Delta · Assumptions · Authority · Hard Constraints · Blocker

DECISION SPACE v2

Contingent / Staged Acquisition

Fixed, Escrow, Contingent Consideration, Licence und Migration Conditions gebunden · Approval Authority exercised · Merger Control open / bound as Closing Condition

SEAL CHECK

Sind alle erforderlichen States für diesen Signing Decision Space aufgelöst?

ADMISSIBLE OUTCOME

Gebundener Signing Decision State

LEGITIMATE OFF-RAMP

NO SEAL — erforderlicher Signing State bleibt offen

V / VON TRANSACTION v1 ZU v2

Eine veränderte Transaktion benötigt einen eigenen vollständigen Decision State.

41

v1 bleibt historisch erhalten

DECISION SPACE v1

100-%-AKQUISITION · €600 Mio. · ORIGINAL INTEGRATION MODEL

LICENCE CONTINUITY — NOT SUFFICIENTLY RESOLVED

VALUATION — CONFLICTING

DEAL TERMS — NOT SUFFICIENTLY BOUNDED

NOT FINALISABLE

Ein später tragfähiger v2-State macht den ursprünglichen v1-State nicht rückwirkend freigabefähig.

42

Der Remodel Candidate ist noch kein Deal

SPACE REMODEL CANDIDATE

≠

SIGNED SPA

≠

ACQUISITION APPROVAL

≠

GOVERNED DECISION SPACE v2

43

v2 muss erst materialisiert werden

  • 01€510 Mio. Fixed Consideration und €30 Mio. Escrow Mechanics definieren
  • 02Bedingungen für bis zu €60 Mio. Contingent Consideration definieren
  • 0336-Monats-Transitional-Licence und Nutzungsrechte binden
  • 04Mandatory Migration Programme, Kosten und Milestones definieren
  • 05Valuation, SPA-Version und Approval Authority aktualisieren

44

Decision Space v2

Dimension

Target

v2

Valeon Motion Controls GmbH

Dimension

Perimeter

v2

100 %

Dimension

Fixed Consideration

v2

€510 Mio.

Dimension

Escrow

v2

€30 Mio. innerhalb Fixed Consideration

Dimension

Contingent Consideration

v2

bis zu €60 Mio.

Dimension

Maximum Consideration

v2

bis zu €570 Mio.

Dimension

Licence Consent

v2

REQUIRED AND RESOLVED

Dimension

Transitional Licence

v2

36 Monate

Dimension

Migration

v2

MANDATORY PROGRAMME

Dimension

Migration-/Commercial-Milestones

v2

BOUND

Dimension

Merger Control

v2

SEPARATE CLOSING CONDITION

Dimension

Internal Approval

v2

SEPARATELY REQUIRED FOR v2

45

v1 und v2 sind unterschiedliche Entscheidungen

Dimension

Economic Structure

v1

€600 Mio. Base Case

v2

€510 Mio. fixed + bis zu €60 Mio. contingent

Dimension

Escrow

v1

Kein spezifischer State

v2

€30 Mio. innerhalb Fixed

Dimension

Licence

v1

Continuity offen

v2

Transitional Licence als Requirement

Dimension

Migration

v1

Fallback

v2

Verpflichtendes Programm

Dimension

Integration

v1

Unmittelbare Plattformintegration

v2

Gestufte Migration / Integration

Dimension

Synergy Basis

v1

Ursprünglicher Year-3 Case

v2

Milestone-/migration-dependent

Dimension

Evidence

v1

Ursprüngliche DD

v2

Zusätzliche Licence-/Migration-/Milestone-Evidence

Dimension

Payment

v1

Weitgehend upfront

v2

Teilweise outcome-dependent

Dimension

Approval

v1

v1 Deal

v2

Neue Approval für v2

v2 ist nicht der ursprüngliche Deal mit weniger Risiko. Es ist eine andere Transaktionskonfiguration.

46

Evidence darf übernommen werden, aber nicht blind

Target Identity, historische Financials, Commercial und Legal DD, ursprünglicher Licence Contract, Change-of-Control Finding, technische Architektur, Regulatory Analysis und strategische Thesis können relevant bleiben. v2 benötigt zusätzlich bindendes Licence Consent, Transitional-Licence Terms, aktualisierte Valuation, neue SPA Terms, Escrow Mechanics, eine Contingent-Consideration Formula, Migration Programme, Milestones und eine neue Authority Decision.

EVIDENCE INHERITANCE ≠ AUTOMATIC VALIDITY

47

Auch die Unsicherheit verändert sich

v1 fragt, ob die ursprüngliche €600-Mio.-Transaktion trotz offener Licence Continuity ausreichend bestimmt ist. v2 fragt, ob die gestufte Economic-/Migration-Struktur unter ihren Conditions ausreichend bestimmt ist. Neue Unsicherheit entsteht durch Migration Slippage, Customer Retention, tatsächliche Kosten, Milestone Measurement, Integration Delay und künftige Contingent Payments.

48

BRIDGE prüft den Übergang

  • 01Classification — Was ist die neue Entscheidung?
  • 02Version und Transaction Identity — Sind v1 und v2 eindeutig getrennt?
  • 03Economic Delta — Was änderte sich bei Fixed, Contingent und Escrow?
  • 04Evidence Inheritance und New Evidence
  • 05Valuation-, Assumption- und Uncertainty-Delta
  • 06Licence State und Authority für genau v2
  • 07Erhalt von Hard Constraints und v1-Blocker
  • 08Neue offene Required States in v2

Es gibt keinen direkten Pfad: SIMULATION → SEAL.

49

Ein möglicher v2-State

Dimension

Decision Identity

State

RESOLVED

Dimension

Target / Perimeter

State

BOUND

Dimension

SPA Version

State

BOUND

Dimension

Fixed Consideration

State

BOUND

Dimension

Escrow

State

BOUND

Dimension

Contingent Consideration

State

BOUND

Dimension

Licence Consent

State

RESOLVED

Dimension

Transitional Licence

State

BOUND

Dimension

Migration Programme / Milestones

State

BOUND

Dimension

Valuation

State

UPDATED / CHARACTERISED

Dimension

Integration Assumptions

State

UPDATED / VISIBLE

Dimension

Residual Uncertainty

State

CHARACTERISED

Dimension

Internal Approval Authority

State

EXERCISED

Dimension

Merger Control

State

OPEN / BOUND AS CLOSING CONDITION

Dimension

Blocking Signing Objections

State

NONE

Dimension

Signing Finality

State

ELIGIBLE FOR SEAL REVIEW

ELIGIBLE FOR SEAL REVIEW ≠ SEALED

50

Ein offener State ist nicht automatisch ein Signing Blocker

Merger Control kann bei Signing noch offen sein und zugleich als Closing Condition gebunden sein. Der State wird zum Closing Blocker, wenn der Vollzug vor erforderlicher Clearance versucht wird.

OPEN STATE

≠

BLOCKER IN EVERY DECISION SPACE

51

v2 ist nicht automatisch SEAL-fähig

DECISION IDENTITY — FIXED

TARGET / PERIMETER — BOUND

SPA VERSION — BOUND

ECONOMIC TERMS — BOUND

ESCROW TERMS — BOUND

CONTINGENT CONSIDERATION — BOUND

LICENCE CONSENT — RESOLVED

TRANSITIONAL LICENCE — BOUND

MIGRATION REQUIREMENT — BOUND

MILESTONE DEFINITIONS — BOUND

VALUATION BASIS — CHARACTERISED

ASSUMPTIONS — VISIBLE

RESIDUAL UNCERTAINTY — TREATED

APPROVAL AUTHORITY — EXERCISED

EXTERNAL HARD CONSTRAINTS — PRESERVED

MERGER CLEARANCE — BOUND AS CLOSING CONDITION

BLOCKING SIGNING OBJECTIONS — NONE

52

Was SEAL für die Akquisition festhält

SEAL kann Transaction Identity, Target, Perimeter, SPA-Version, Economic Terms, Due-Diligence-State, relevante Findings, bekannte Gaps, Valuation Basis, Assumptions, Integration Conditions, Alternatives, Residual Uncertainty, Approval Authority und External Conditions der geregelten Signing-Entscheidung festhalten.

53

Was SEAL ausdrücklich nicht behauptet

  • 01Valeon ist objektiv €510 Mio. oder €570 Mio. wert.
  • 02Der Deal wird Wert schaffen, Synergien treten ein oder die Migration gelingt.
  • 03Kunden bleiben oder Due Diligence war vollständig.
  • 04Der Licence Contract ist rechtlich sicher, regulatorische Clearance ist erteilt oder das SPA ist unangreifbar.
  • 05Es wird kein späterer Verlust entstehen.

SEAL hält den damaligen governed Decision State fest. Es übernimmt nicht die wirtschaftliche oder rechtliche Entscheidung.

VI / SPÄTERE PRÜFUNG

Nach der Akquisition muss nicht nur der Deal sichtbar bleiben. Auch die damalige Entscheidungsgrundlage muss lesbar sein.

54

Transaction Files allein rekonstruieren den Decision State nicht automatisch

  • 01Virtual Data Room und DD Reports
  • 02Legal Advice und Financial Model
  • 03Board Papers, SPA und Escrow Agreement
  • 04E-Mails, Meeting Minutes und Integration Plan

Diese Unterlagen verbinden nicht automatisch, welche Version galt, welche Findings bekannt waren, welche Annahmen die Bewertung trugen, welche Gaps bewusst offen blieben, welcher Deal State blockiert war und welche Authority auf welcher Version handelte.

Das Problem ist nicht nur, Dokumente zu bewahren. Es ist, den damaligen Decision State zu bewahren.

55

T0: Was galt bei Signing?

  • 01Welche Transaktionsversion, welcher Perimeter und welche Valuation galten?
  • 02Welche DD Reports und welches Licence Finding waren relevant?
  • 03Welche Informationen fehlten, und welche Zahlen waren Facts, Estimates oder Assumptions?
  • 04Welche Integration Thesis und Alternatives galten?
  • 05Warum war v1 blockiert und welche v2-Konfiguration entstand?
  • 06Wer genehmigte genau v2, und welche External Conditions blieben offen?

Spätere Prüfung beginnt nach Signing. Nachvollziehbarkeit muss während der Entscheidungsentstehung gesichert werden.

56

T1: Welche Fragen können später entstehen?

  • 01Welche Deal-Version wurde ursprünglich zur Freigabe vorgelegt?
  • 02Wann wurden Licence Dependency und Change-of-Control Requirement erkannt?
  • 03Welche Information fehlte, und welche €34 Mio. waren ein Estimate?
  • 04Warum trug die ursprüngliche €600-Mio.-Bewertung den neuen Evidence State nicht mehr auf dieselbe Weise?
  • 05Warum konnte Decision Space v1 nicht schließen, und welche Alternatives wurden untersucht?
  • 06Warum wurde die Contingent / Staged Structure weitergeführt?
  • 07Welche v1-Evidence blieb gültig, welche neue Evidence war erforderlich und wer genehmigte genau v2?

Warum konnte der ursprüngliche €600-Mio.-Deal auf seiner damaligen Entscheidungsgrundlage nicht finalisiert werden, was änderte sich am Transaction Space und auf welcher neuen Evidence-, Assumption-, Condition- und Authority-Basis wurde die spätere Signing-Entscheidung getroffen?

Fragen zu späteren Lesern, Nachweisen und Offenlegungsgrenzen im Institutionellen Dialog vertiefen

57

Known Gap und späteres Outcome dürfen nicht rückwirkend vermischt werden

Wenn die Migration später gelingt, war der ursprüngliche v1-State bei T0 dadurch nicht bereits ausreichend geklärt. Wenn die Migration später scheitert, war die damalige Entscheidung dadurch nicht automatisch schon bei T0 unvertretbar.

LATER OUTCOME ≠ T0 KNOWLEDGE

58

Ein bestehender Signing-SEAL erweitert sich nicht automatisch

Change Trigger

SPA wird materiell geändert

Mögliche Konsequenz

Neuer / successor Decision State

Change Trigger

Fixed Consideration oder Contingent Formula ändert sich

Mögliche Konsequenz

Reassessment

Change Trigger

Escrow- oder Transitional-Licence-Terms ändern sich

Mögliche Konsequenz

Reassessment

Change Trigger

Licence Consent wird eingeschränkt

Mögliche Konsequenz

Blocker / neuer State

Change Trigger

Neues materielles DD Finding

Mögliche Konsequenz

Impact Review

Change Trigger

Valuation, Integration Assumptions oder Migration Plan ändern sich materiell

Mögliche Konsequenz

Reassessment / neuer Decision State

Change Trigger

Merger Clearance enthält materielle Remedies

Mögliche Konsequenz

Deal-/Perimeter-/Economics-Reassessment

Change Trigger

Authority Scope ändert sich

Mögliche Konsequenz

Neue Approval erforderlich

59

Ein Signing-SEAL ist kein Closing-SEAL

SIGNING DECISION STATE

SPA VERSION · ECONOMICS · CONDITIONS · INTERNAL AUTHORITY

≠

CLOSING DECISION STATE

REGULATORY CLEARANCES · CONDITIONS PRECEDENT · CONSENTS · FINANCING

Eine spätere Closing-Entscheidung kann einen eigenen Decision Space darstellen.

60

Reale Authority bleibt außerhalb von Epistemis

  • 01Epistemis führt keine Financial oder Legal Due Diligence durch.
  • 02Epistemis bewertet das Target nicht eigenständig und legt keinen richtigen Kaufpreis fest.
  • 03Epistemis empfiehlt nicht, ob das Unternehmen erworben werden soll.
  • 04Epistemis entscheidet nicht, ob ein Finding materiell genug für einen Deal-Abbruch ist.
  • 05Epistemis interpretiert nicht eigenständig anwendbares Recht und ersetzt keine Investment-, Board- oder Signing Authority.
  • 06Epistemis erteilt keine regulatorische Clearance.

Epistemis bewahrt die geregelte Grundlage, auf der die zuständige Authority gehandelt hat.

61

Warum dieser Case über VDRs, Deal Tracker und Approval Workflows hinausgeht

Unternehmen nutzen bereits Virtual Data Rooms, DD Reports, Financial Models, Deal Trackers, Board Portals, Contract Management, Approval Workflows, Minutes und Audit Logs. Epistemis ersetzt sie nicht.

Die relevante Frage lautet, wie Deal Identity, Findings, bekannte Gaps, Estimates, Assumptions, Valuation, Integration, Alternatives, Deal Terms, External Conditions und Authority zu dem Decision State verbunden werden, auf dessen Grundlage Signing freigegeben wird.

62

Der Epistemis-Mechanismus in vier Sätzen

  • 01Ein Blocker erklärt, warum die aktuelle Acquisition Configuration noch keinen finalisierbaren Decision State bildet.
  • 02SIMULATION untersucht, was zur Auflösung des bestehenden Deals fehlt oder wie eine andere Transaktionskonfiguration Requirements, Evidence, Assumptions, Economics, Conditions und Authority verändert.
  • 03BRIDGE prüft, welche Ergebnisse aus Exploration in einen neuen geregelten Decision Space überführt werden dürfen, während v1 erhalten bleibt.
  • 04SEAL hält nur den konkret gebundenen Decision State fest, dessen Finalisierungsbedingungen erfüllt sind; ein offener Required State hält Finality blockiert.

Das ist kein M&A-Recommendation-System. Es ist Decision-State-Infrastruktur für eine haftungsrelevante Erwerbsentscheidung.

QUELLEN / METHODE

Quellen- und Methodenhinweis

Reale fachliche und institutionelle Grundlage

Die Domain Reality dieses Dossiers stützt sich auf die G20/OECD Principles of Corporate Governance, die EU Merger Regulation, soweit relevant die EU Foreign Subsidies Regulation und öffentlich zugängliche Unternehmenskaufverträge als Praxisbeispiele für Mechanismen wie Escrow, Indemnification, Purchase-Price Adjustments, Covenants, Conditions und Contingent Consideration. Diese Quellen tragen den allgemeinen fachlichen Kontext. Sie definieren keine Epistemis-Konzepte.

Illustratives Szenario

Trusted Industrial Systems SE, Valeon Motion Controls GmbH, alle Unternehmens- und Produktbeschreibungen, Finanzwerte, Synergien, Lizenzabhängigkeiten, Estimates, Valuation Ranges, Rollen, Committees, Consideration Components, Licence Periods, Milestones und Timelines sind vollständig illustrativ. Sie beschreiben keine reale Akquisition, kein reales Unternehmen, kein reales Due-Diligence-Finding und keine universell vorgeschriebene M&A-Governance.

Epistemis-Modellierung

Decision Space, Decision State, v1/v2, Blocker, Current-Space Resolution, Decision-Space Remodel, Space Remodel Candidate, Evidence Inheritance, Impact Diff, SIMULATION, BRIDGE, SEAL, T0/T1 und State Preservation sind Epistemis-Konzepte. Sie sind keine Terminologie der OECD, der Europäischen Kommission, der EU Merger Regulation oder üblicher M&A-Vertragsstandards.

Welche Erwerbsentscheidung müsste Ihre Organisation später noch erklären können?

Ein Enterprise Pilot beginnt mit einer klar abgegrenzten haftungsrelevanten Acquisition Decision und bestimmt Transaction Identity, maßgebliche Due-Diligence-Quellen, materielle Findings, bekannte Gaps, Fact-/Estimate-/Assumption-Klassen, Valuation States, Integration Assumptions, Deal Conditions, Alternatives, externe Hard Constraints, Approval Authority, Blocker, zulässige Remodel-Komponenten, Evidence Inheritance, Change Trigger und spätere Reader Questions.